Tag der Organspende 2022

Unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ möchten wir auf den diesjährigen Tag der Organspende aufmerksam machen.

2018 warteten rund 9.500 Menschen auf eine Organspende, wobei lediglich 932 Organspender verzeichnet wurden.

Damit sind nicht einmal 10% der nötigen Organspenden bei den Bedürftigen angekommen.

Woran liegt das und warum ist das Thema Organspende so wichtig?

Organspendetag

In Deutschland gilt die Entscheidungslösung bei der Organspende, das heißt, dass eine ausdrückliche Zustimmung durch Angehörige oder eine schriftliche Zustimmung durch den Verstorbenen verpflichtet ist, um eine Entnahme von Organen zum Zweck einer Organspende durchzuführen.

Das heißt: sollte ein potenzieller Organspender oder eine potentielle Organspenderin keinen Organspendeausweis besitzen oder ähnliche Vorbereitung getroffen haben, bleibt die Entscheidung für eine Entnahme von Organen für die Spende alleinig bei den Angehörigen, falls diese denn rechtzeitig kontaktiert werden können.

Können diese nicht rechtzeitig kontaktiert werden, kommen die benötigten Organe für eine Spende nicht mehr in Betracht, weil sie dann nicht mehr rechtzeitig replantiert werden könnten. So verfällt in diesem Moment eine einmalige Chance für einen möglichen Spendebedürftigen.

Ein fehlender Organspendeausweis hat also nicht nur zur Folge, dass die Angehörigen in einem kurzen Zeitraum nach dem Eintritt des Todes eine solche Entscheidung treffen müssen, sondern ebenfalls dass eine Entscheidung getroffen werden muss, die eventuell nicht im Interesse des Verstorbenen liegt.

In vielen Fällen ist es den kontaktierten Angehörigen nicht bekannt, welche Einstellung die verstorbene Person zur Organspende hatte, was potenzielle Organspenden verhindert.

Wie läuft eine Spende ab?

Feststellung des Hirntods

Eine Organspende kommt in jedem Fall nur in Frage, wenn der sichere Hirntod vorliegt.
Dafür müssen zwei qualifizierte Ärzte unabhängig voneinander einen irreversiblen Ausfall aller Hirnfunktionen diagnostizieren.
Nach einem Hirntot ist es einem Menschen unmöglich Sinne jeglicher Art wahrzunehmen oder wieder zu Bewusstsein zu kommen.

Ermittlung des Willens des Verstorbenen zur Organspende

Sollte eine negative Entscheidung, durch die Angehörigen oder schriftliche Dokumentation, zur Organspende vorliegen, werden die organerhaltenden Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt eingestellt.

Untersuchungen und Operationen

Sollte die Entscheidung zur Organspende positiv ausfallen, folgen nun medizinische Untersuchungen des Spenders, um die Voraussetzungen zur Organspende zu verifizieren und medizinische Daten für die Auswahl eines möglichen Empfängers zu sammeln.

Sollten diese Untersuchungen die Vorrausetzungen zur Spende bestätigen, folgt nun die Entnahme der Organe im Rahmen einer Entnahme-OP, diese Operationen finden mit der gleichen Sorgfalt statt, wie es bei einer „normalen“ Operation der Fall wäre.

Nach der Entnahme und Konservierung der Organe erfolgt umgehend der Transport in die entsprechend vorher festgelegten Replantationszentren, wo die Organe benötigt werden, sodass diese einem spendebedürftigen Menschen transplantiert werden können.

Welche Organe werden entnommen?

Dies kann jeder Spender vorher entscheiden.
Grundsätzlich können viele Organe oder auch Körperbestandteile replantiert werden.
Daher kann jeder Spender mit seiner Entscheidung zur Organspende entscheiden, welche Organe für eine Spende verwendet werden dürfen und welche nicht.

Diese Angaben werden auf dem Spenderausweis festgehalten, sind aber nicht zwingend notwendig.
Es kann auch ganz einfach mit einem „Ja“ oder einem „Nein“ die Entscheidung zur Organspende festgehalten werden.

Macht meine Spende einen großen Unterschied?

Ja, auf jeden Fall!
Für das am häufigsten benötigte Spenderorgan, die Niere, wird im Durschnitt eine Wartezeit von sechs Jahren benötigt, was für viele potenzielle Spendeempfänger außerhalb ihrer übrigen Lebenserwartung ohne Spenderorgan liegt.
Bis zu sieben Leben können durch lediglich einen Organspender gerettet werden.

Ist ein Organspendeausweis teuer/aufwendig?

Nein und nein.
Ein Organspendeausweis lässt sich komplett kostenlos im Internet ausfüllen und ausdrucken oder als Blanko kostenlos bestellen und ausfüllen.

Das lässt sich unter anderem auf folgender Seite machen:
Organspende-Info.

Das beschränkt den Aufwand auf etwa fünf Minuten ist vollkommen kostenlos und gilt, solange die Daten auf dem Organspendeausweis gültig sind, ein Leben lang.

Mit einem Organspendeausweis lässt sich nicht nur die positive Einstellung festlegen, sondern ebenfalls das Ablehnen einer Organspende sowie die Beschränkung der Spende festgelegter Organe.

Aber warum Spenden dann so wenige?

Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stehen etwa 84% der Deutschen einer Organspende positiv gegenüber, wobei nur 39% auch wirklich über einen Organspendeausweis verfügen.

Warum nur so wenige Menschen spenden, lässt sich nicht vollständig klären, aber eine der wichtigsten Faktoren ist dabei die richtige Aufklärung, denn wenn mehr Menschen wissen was es mit der Organspende auf sich hat und wie wichtig die Dokumentation der Einstellung zur Organspende ist, könnte die Anzahl der fehlenden Spenderorgane drastisch verringert werden.

Zeit, Zeichen zu setzen, denn jede Unterstützung zählt!

Mehr dazu in der Übersicht zu Fakten und Zahlen der Organspende.

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