Kardiopulmonale Reanimation nach ERC Leitlinien 2021

Reanimation - 1

Am vergangenen Mittwochabend wurde im Rahmen unseres wöchentlichen Dienstabends das Thema „kardiopulmonale Reanimation“ nach den aktuellen Reanimationsleitlinien 2021 wiederholt.
Dabei konnten unsere ausgebildeten Einsatzkräfte ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefen und erweitern. Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind eine zwingende Voraussetzung für unsere Einsatzkräfte. Die Reanimation ist dabei ein jährliches Pflichttraining.

Ablauf des Reanimations-Trainings

Dieser Dienstabend wurde von unserem Notfallsanitäter Jens geleitet. Nachdem zuerst anhand einer Präsentation alle wichtige Ablaufschritte in der Theorie besprochen wurden, haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt und sind zur Praxis übergegangen. Dazu haben wir für unsere weniger erfahrenen Einsatzkräfte zwei Stationen aufgebaut, an denen der sogenannte Basic Life Support (BLS), also die vereinfachte Reanimation, geübt werden konnte. Diese beinhaltete die Thoraxkompression sowie die Beutel-Maske-Beatmung.

An der weiteren Station konnten sich dann insbesondere die ausgebildeten Einsatzkräfte an unserer Übungspuppe beweisen. An dieser kann die Reanimation mit dem automatischen externen Defibrillator (AED) für den Ernstfall geübt werden. Auch das Intubieren kann trainiert werden. Für diesen Advanced Life Support (ALS) steht unseren Einsatzkräften diverses Übungsmaterial zur Verfügung.

Was ist eigentlich eine kardiopulmonale Reanimation?

Die kardiopulmonale Reanimation, oder auch einfach Herz-Lungen-Wiederbelebung genannt, soll einen Atem- und Kreislaufstillstand beenden und damit den unmittelbaren Tod abwenden.

Welche sind die häufigsten Ursachen für einen Herzkreislaufstillstand?

  • Herzinfarkt (Hauptursache für ein Herz-Kreislaufversagen)
  • Intoxikation: Vergiftungen (Alkohol, Drogen)
  • Schock: Durch massiven Blutverlust z.B. nach einem Unfall
  • ein Mangel oder ein Überschuss an Kalium im Blut
  • Sauerstoffmangel

Auffinden einer bewusstlosen erwachsenen Person

  • Person ansprechen und vorsichtig an den Schultern schütteln
  • Atemwege frei machen und Atmung überprüfen: Dabei muss unbedingt der Kopf nach hinten überstreckt werden und die Atmung mindestens 10 Sekunden beobachtet werden.
  • Bewusstlosigkeit und fehlende oder unzureichende Atmung sind Merkmale eines Kreislaufstillstandes und führen zum Tod.
  • Um Hilfe rufen (andere umstehende Personen hinzuholen)
  • Notruf absetzten -> 112 wählen (europaweit)
  • AED holen lassen (Automatisierter Externer Defibrillator)
  • Person auf eine ebenerdige und harte Unterlage legen, den Druckpunkt im unteren Teil des Brustbeins (in der Mitte der Brust) aufsuchen.
  • Rhythmus 30:2 -> 30 mal Drücken (Finger verschränken, ca. 5-6cm tief drücken, Arme gestreckt halten, vollständig entlasten bis zum nächsten Drücken) und 2 mal Atemspende (dabei den Kopf nach hinten überstrecken)

Reanimation eines bewusstlosen Kindes/ Säuglings

  • um Hilfe rufen (andere umstehende Personen hinzuholen)
  • Atemwege frei machen, Entfernen sichtbarer Fremdkörper und Atmung überprüfen
  • Notruf absetzen -> 112 wählen (europaweit)
  • Kind auf harte Unterlage legen, Säugling evtl. auf den Arm nehmen
  • 5 mal Atemspende durchführen
  • Druckpunkt aufsuchen und reanimieren: 15x Drücken und 2x Atemspende geben
  • bei Kindern, je nach Alter, Kompression mit zwei Fingern oder mit einer Hand durchführen
  • bei Neugeborenen 3 mal Drücken und 1 mal Atemspende geben

Wichtige, hilfreiche Hinweise bei einer Reanimation

  • Wechseln Sie sich unbedingt mit anderen Passanten bei der Wiederbelebung ab und nutzen Sie einen Defibrillator.
  • Führen Sie so lange die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch bis der Rettungsdienst oder Notarzt eintrifft und übernimmt. Nicht vorher stoppen
  • Sollte der Patient vor Eintreffen des Rettungsdienstes wieder atmen und zu Bewusstsein kommen, legen Sie ihn in die stabile Seitenlage, bleiben Sie bei ihm und beobachten den seinen Zustand.
  • Sollte es erneut zum Atemstillstand kommen, beginnen Sie sofort erneut mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Die aktuellen deutschen Leitlinien, angelehnt an die europäischen Leitlinien des ERC (European Resuscitation Council), findet ihr immer beim GRC (German Resuscitation Council).

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