Dienstabend Kartenkunde 2022

Bei 32U NE 283391 übten wir am Mittwoch das Lesen von UTM-Karten.

Wie benutzt man eine UTM-Karte?
Wo werden die Koordinaten abgelesen und wie werden sie über Funk kommuniziert?

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Kartenarten in verschiedenen Maßstäben.

Politische Karten, auf denen beispielsweise ein ganzer Staat oder ein Land abgebildet ist, Straßenkarten, die ein großes Gebiet abbilden, Stadtpläne, auf denen die Hausnummern erkennbar sind, oder Seekarten mit Landschaftsmarken und Luftfahrtkarten mit speziellen Angaben für den Flugverkehr.

Jede Karte erfüllt so einen ganz speziellen Zweck, indem sie gezielt die Informationen enthält, die für diesen Zweck nützlich sind.

Kartenkunde

Topografische Karten im Katastrophenschutz

Im Katastrophenschutz arbeiteten wir mit topografischen Karten im Maßstab 1:50.000.
Alle BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) haben sich auf dieses Kartenformat geeinigt, weil es für die Planung und Erfüllung unserer Aufgaben am besten geeignet ist.

Zum Üben haben wir deshalb auf einen älteren Kartensatz topografischer Karten von 1983 zurückgegriffen.
Das Alter selbst war dabei nicht entscheidend, nur dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die gleichen Karten, gleichen Standes verfügten.
Ansonsten hätte es zu Abweichungen in den Koordinaten kommen können.

Was ist eigentlich eine Karte und das UTM-Koordinatengitter?

„Eine Karte ist ein verkleinertes, eingeebnetes und mit Zeichen und Signaturen erläutertes Abbild eines Teils der Erdoberfläche.“

Die BOS nutzen für ihre Zwecke Einsatzkarten mit einem UTM-Koordinatengitter (UTM: Universal Transverse Mercator).
Das ist ein weltweites Koordinatensystem, in dem die Verzerrung durch die Krümmung der Erde, soweit das irgend möglich ist, berücksichtigt wird und auf eine plane Ebene (z. B. Papier) projiziert wird.

Eine genaue Erklärung dazu findest du zum Beispiel auf dieser Wikipedia-Seite.

Koordinaten ablesen oder auf der Karte finden

Die UTM-Koordinaten selbst bestehen aus dem Zonenfeld, dem 100km-Quadrat sowie dem Ost- und dem Nordwert.
Die Reihenfolge ist bei der Weitergabe der Koordinaten immer einzuhalten.

Deutschland befindet sich größtenteils im Zonenfeld 32U.
Das Zonenfeld teilt sich in weitere Quadrate auf, wobei Stade im Quadrat mit der Bezeichnung NE liegt.

Anschließend folgen die Ostkoordinate, also auf der Karte von links nach rechts abgelesen, und die Nordkoordinate.
Diese wird von unten nach oben abgelesen.
Der oft zitierte und gut zu merkende Spruch „Ran an den Baum, rauf auf den Baum“ kann dafür eine gute Merkhilfe sein.

Für unsere Arbeit nutzen wir dreistellige Koordinaten, welche als 6er Block (drei Stellen für den Ostwert, drei Stellen für den Nordwert) einzeln benannt werden.
Über Funk sprechen wir also: „zwo-acht-drei-drei-neun-eins“.

100km-Quadrate unter 32U

Die Genauigkeit bei sechs Ziffern beträgt 100m.
Für eine Genauigkeit von bis zu einem Meter können die Koordinatenwerte auf bis zu zehn Stellen erweitert werden, was wir jedoch auf unseren Karten nicht manuell ablesen können.

Auf unserer Papierkarte entspricht deshalb ein 1cm-Kästchen beim Maßstab von 1:50.000 genau 500m in der Natur.
Um das Kästchen weiter zu unterteilen, also zum Ermitteln der dritten Koordinatenstelle, kann ein Lineal oder eine Schablone mit verschiedenen Maßstäben, ein sogenannter Planzeiger, genutzt werden.

Wir müssen also beim Ausmessen mit einem Planzeiger immer darauf achten, an der richtigen Skala abzulesen.

Um im Einsatz sicher Koordinaten ermitteln oder gemeldete Koordinaten auf der Karte finden können, üben wir deshalb auf unseren Dienstabenden immer wieder regelmäßig die Kartenkunde und Koordinatenbestimmung.

mithilfe eines Planzeigers

Warum so umständlich und kein Navigationsgerät oder Handy?

Natürlich wurden auch im Katastrophenschutz über die letzten Jahre verschiedene digitale Lösungen eingeführt.
Jedoch erfolgt dies immer mit Bedacht und darf nicht die herkömmlichen Arbeitsweisen gänzlich ersetzen.

Alle Einsatzkräfte im Katastrophenschutz müssen nach wie vor mit einer Papierkarte arbeiten können, denn digitale System haben den Nachteil, dass sie schnell ausfallen können, wenn es zu Störungen kommt.
Ohne Internet, Strom oder bei einem technischen Defekt am Gerät, wäre man sehr schnell aufgeschmissen.
Deshalb gibt es im Katastrophenschutz weiterhin gedruckte Karten auf Papier, denn diese sind in vielerlei Hinsicht unabhängig und funktionieren (fast) immer.

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