Die Gefahr der Unterkühlung und Erfrierung

Der Winter wird immer präsenter und es bahnen sich nun allmählich eisige Temperaturen an.
Nicht nur für uns als Sanitäter und Sanitäterinnen sind bei Kälte einige Dinge rundum die Vor- und Nachsorge von Unterkühlungen und Kälteverletzungen zu beachten.

Was ist bei starker Kälte zu beachten?

In erster Linie sollte darauf geachtet werden, die Aussetzung zur Kälte so gering wie möglich zu halten. Also nicht notwendige Aufenthalte bei niedrigen Temperaturen möglichst zu vermeiden und falls dies nicht möglich ist, Gegenmaßnahmen zur Wärmeerhaltung anzuwenden.

Gegenmaßnahmen können zum Beispiel das zeitweilige Aufsuchen eines wärmeren oder weniger windigen Ortes sein, das Zusichnehmen von erwärmenden Getränken oder das Erwärmen betroffener Körperteile.

Außerdem können im Rahmen der Vorsorge einige Maßnahmen, wie zum Beispiel das Anziehen von wärmeisolierender Kleidung und Handschuhen, getroffen werden, um das Verletzungsrisiko sowie einen einer schweren Verlauf einer Unterkühlung zu vermeiden oder zu mindern.

Das Wichtigste bei Kälteeinwirkung

Kälteverletzungen beziehungsweise Unterkühlungen sind unter Umständen schwer einzuschätzende Verletzungen, daher ist es sehr wichtig bei Unsicherheit Rat einzuholen und im Notfall nicht zu zögern den Notruf zu tätigen.

Zur besseren Einschätzung von Verletzungen und Unterkühlungen wollen wir nun etwas über die verschiedenen Unterkühlungsstadien und Schweregrade möglicher Kälteverletzungen sprechen.

Welche Unterkühlungsstadien gibt es?

Mögliche auftretende Symptome können hierbei sein:

  • Müdigkeit / Bewusstseinsveränderungen
  • Muskelstarre
  • verlangsamte Atmung
  • langsamer und unregelmäßiger Puls

Folgen der Symptome können bei zu später oder Nichtbehandlung sein:

  • Koma
  • Kältestarre
  • Kreislaufstillstand
  • Erfrierungen an Extremitäten, Ohren und Nase
  • Tod durch Erfrieren

Diese Symptome ordnet man der Kategorie der Unterkühlung zu und diese hängen direkt mit der eigenen Körpertemperatur zusammen. Je nach Körpertemperatur können stärkere oder weniger stärkere Unterkühlungssymptome auftreten.

Im Groben wird dabei zwischen 4 Stadien unterschieden:

  • Abwehrstadium
  • Erschöpfungsstadium
  • Lähmungsstadium
  • Scheintod

Zur Übersicht der Symptome bei Unterkühlung, die zum Beispiel im Winter unter bestimmten Temperaturen auftreten können, haben wir eine Infografik mit den einzelnen Infos zu den Stadien vorbereitet.

Neben den Unterkühlung, kann Kälte auch zu direkten Verletzungen führen.

Unterkühlung

Welche Verletzungen kann Kälte auslösen?

Kälteverletzungen können in verschiedenen Schweregrade eingeteilt werden.
Es kann zwischen den eher oberflächlichen und tiefergehenden Verletzungen unterschieden werden.

Unter Kälteverletzungen versteht man hingegen Symptome von Erfrierungen.
Für die Zuordnung der Kälteverletzungen orientieren wir uns für diesen Beitrag an dem deutschen Ärzteblatt.

Dabei wird wie folgt unterschieden:

Oberflächliche Verletzungen

Schweregrad 1

Typische Symptome des ersten Schweregrades sind Rötungen, Schwellungen und Taubheit.
Diese Verletzungen können im Regelfall meist mit der Erwärmung der betroffenen Stelle gut behandelt werden.

Schweregrad 2

Der zweite Schweregrad äußert sich ebenfalls mit Rötungen, kann aber außerdem auch eine Schmerzüberempfindlichkeit oder Schmerzunempfindlichkeit auslösen.
Zudem können Hautveränderungen wie zum Beispiel Blasen entstehen. Bei diesem Schweregrad ist bei Unsicherheit das Einholen professionellen Rates empfohlen.

Tiefgehende Verletzungen

Schweregrad 3

Schweregrad drei äußert sich unter anderem durch eine gräuliche, blau-gräuliche und blau-violette Verfärbung der Haut.
Zudem kann eine starke Blasenbildung auftreten, bestimmte Areale der Haut können absterben und es ist beinahe keine Schmerzempfindlichkeit an den betroffenen Stellen mehr vorhanden.

Schweregrad 4

Zum vierten Schweregrad kommt eine gemusterte Haut oder auch eine schwärzliche Färbung der Haut hinzu, das Gewebe stirbt völlig ab und es ist kein Schmerzempfinden mehr an der betroffenen Stelle möglich.

Verletzungen des 3 und 4 Schweregrades müssen in jedem Fall schnellstmöglich in ärztlicher Behandlung therapiert werden und gehören zu der Kategorie der Kälteverbrennungen.

Zusammenfassung

Genau wie bei dem Umgang mit Hitzeverletzungen und Überhitzungen muss ein bedachter vorausschauender Umgang, sowie eine möglichst schnelle und verhältnismäßige Behandlung durchgeführt werden, falls die Verletzung oder Unterkühlung einer Behandlung bedürft.

Dabei gilt es im Sanitätsdienst als auch Rettungsdienst, stark unterkühlte Personen nicht zu schnell zu erwärmen oder viel zu bewegen.
Ein mögliches Kreislaufversagen könnte die Folge sein.

Einer der bekanntesten Merksätze dazu ist:

„Nobody is dead until he ’s warm and dead!“.

Gemeint ist damit das Stadium des Scheintodes und dass aufgrund der reduzierten Körperfunktionen, erst im normalen Bereich der Körperkerntemperatur, der Tod sicher festgestellt werden kann.

Wir hoffen mit den Infos ein wenig Licht in das oft unterschätze Thema der Kälteverletzungen werfen zu können.
Denkt auch bitte daran, während der kalten Jahreszeit, immer Hilfsmittel zum Wärmeerhalt im Auto dabei zu haben.
Dafür sollte bereits eine Wolldecke ausreichen.

Und natürlich darf die richtige Jacke, für die richtige Temperatur, auch nicht fehlen!

Verweise

Die Quelle für die Einordnung der Kälteverletzungen könnt ihr euch unter folgendem Link nochmal selber anschauen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/172741/Einteilung-und-Therapie-kaelteinduzierter-Verletzungen

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